Die Sächsische DampfschifffahrtMit historischen Ausflugsschiffen die Elbe erleben
Einer der Glanzpunkte eines Dresden-Aufenthalts ist eine kleine Kreuzfahrt auf der Elbe - möglichst mit einem historischen Raddampfer
Die Elbe hat als Tourismusregion nicht die Bedeutung wie etwa Main, Rhein und Weser. Aber es liegen bedeutende Städte an diesem Fluss – nicht nur die Millionenstadt Hamburg, sondern auch das reizvolle Lauenburg, das durch die sommerlichen Musiktage bekannte Hitzacker, Magdeburg, die Lutherstadt Wittenberg und nicht zuletzt Dresden. Die Sächsische Dampfschifffahrt bezeichnet sich selbst als „älteste und größte Raddampferflotte der Welt“. Nach der Gründung der Elbdampfschifffahrtsgesellschaft dampfte am 30. Juli 1837 mit einem Privileg auf fünf Jahre das Dampfboot „Königin Maria" von Dresden nach Leipzig. Dreißig Jahre später dehnte das Unternehmen seine Aktivitäten in das Böhmische aus und nannte sich jetzt „Sächsisch-Böhmische Dampfschifffahrtsgesellschaft". 1879 verfügte die Gesellschaft über zwanzig Dampfer, die seit 1910 am Dresdner Terrassenufer liegen und so das Stadtbild mitbestimmen. 1911 waren es 33 Dampfschiffe und die Gesellschaft beschäftigte 535 Mitarbeiter. 1928 wurden die Schiffe weiß gestrichen und seither sprach man von der „Weißen Flotte“. Die beförderte im Kriegsjahr 1940 fast drei Millionen Fahrgäste. Schwieriger NeuanfangDurch Kriegsschäden und Reparationsverluste sank der Dampferbestand 1945 auf acht Raddampfer. 1948 wurde das Unternehmen verstaatlicht und alle Ausflugslinien wurden 1950 zu einer Staatsholding in Potsdam zusammengefasst. 1957 waren bereits wieder 16, 1980 sogar 19 Schiffe verfügbar. 1992 verkaufte die Treuhand das Unternehmen an die Conti Reederei. Seither firmiert es als „Sächsische Dampfschifffahrts GmbH & Co Conti Elbschifffahrts KG“. Seit 1994 stehen acht für jeweils 1,5 Millionen Euro rekonstruierte und sanierte Seitenradampfer, die Neubauten „Gräfin Cosel“ und „August der Starke“ und zwei Motorschiffe zur Verfügung. Bewirtschaftet werden die Schiffe seit 1988 von einem Tochterunternehmen der Hilton International. 2000 kam der ehemalige Postdampfer „Kribben“ hinzu. Jährlich über 700 000 FahrgästeJährlich befördert die Gesellschaft über 700 000 Fahrgäste. Das Fahrgebiet reicht von Seußlitz bei Meißen bis Decin/Teschen in Tschechien. Sorgen bereiten heute dem Unternehmen die ständig steigenden Kraftstoffpreise. Dazu kommen die Unwägbarkeiten der Wasserstände. Hochwasser schadet dem Geschäft ebenso wie das im Sprachgebrauch der Binnenschiffer als „Kleinwasser“ bezeichnete Niedrigwasser. Dennoch macht das Unternehmen in der Regel satte Gewinne. Für den ohnehin in Dresden blühenden Städtetourismus sind die Ausflugsdampfer – die die ganze Saison über eine bunte Programm-Palette zusätzlicher Veranstaltungen bieten – eine zusätzliche Attraktion. Darüber hinaus sind unterhalb der Brühlschen Terrassen am Elbufer liegenden Schiffe stadtbildprägend. Ausflugsfahrten auf der Elbe gibt es flussabwärts von allen Tourismusorten aus. Auch in Magdeburg spricht man wie aus DDR-Zeiten gewohnt von der „Weißen Flotte“. Von Lauenburg verkehrt schon seit Jahrzehnten von April bis Oktober der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“. Betrieben wird der von einem Verein von Dampfmaschinen-Enthusiasten.
Der Artikel Die Sächsische Dampfschifffahrt in Schiffsreisen unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Die Sächsische Dampfschifffahrt ist Horst Schinzel.
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